Über den Ritterstand von Bernd von Hauser

Seit über 1000 Jahren gibt es den Ritterstand. Er ist hervorgegangen aus den uralten Führungskräften des Volkes. Seine Führungs- und Schutzfunktion, verbunden mit der öffentlichen Erkennbarkeit unter anderem durch das Wappen, kommt heute noch im Sprichwort: „Adel verpflichtet“ zum Ausdruck. Die als Überschrift genannte Devise heißt demzufolge nichts anderes, als das der Ritter sich für seine Familie, seinen Besitz und seine Untertanen voll verantwortlich fühlt und drückt nicht einen persönlichen Egoismus aus!
In der Hauptsache wurde der Adel repräsentiert vom freien Uradel und den um 1000 hinzukommenden Ministerialen. Letztere stiegen ebenfalls in den Herrenstand auf. Beide Gruppen gliedern sich in den sogenannten Verwaltungs- und Kriegeradel und repräsentieren damit eine gesellschaftliche Elite. Dabei sind die Übergänge fließend.
Viele adlige Söhne und Töchter wurden in Klöster gegeben und übernahmen die höchsten kirchlichen Ämter. Bis in die heutige Zeit hinein sind besonders die Uradligen stolz auf ihre freie Abstammung.
Nachkommen des Adels gibt es bis heute. Gegenüber der Gesamtbevölkerung repräsentiert diese Gruppe jedoch nur einen geringen Teil. Dieser umfasste bereits im Mittelalter weniger als 10%. Heute nur noch ca. 0,1%. Dabei sitzt das Standesbewusstsein außerordentlich tief. So formulierte dies Fürst Kraft von Hohenlohe - Öhringen im Jahre 2003 so: „Wir versuchen uns heute, so gut es geht, in die Gesellschaft zu integrieren.“ Denn 1918, in der Weimarer Republik, wurde der Adelsstatus in Deutschland aufgehoben und der Adel vielfach bereits enteignet.
Dennoch tritt das über mehr als 1000 Jahre gewachsene Führungs- und Verantwortungsbewusstsein noch heute dominant hervor.
Wir gegenwärtig Lebenden stammen ja alle von unseren Vorfahren ab, ob wir sie nun kennen oder nicht. Dabei wurden uns unsere Gene, als Träger der gesamten Erbinformation von diesen vererbt. Dennoch hat man nicht die Eigenschaften, ob gut oder schlecht, von allen seinen Vorfahren. Hier hat die Natur ausgewählt. Dabei vererben sich die Gene biologisch sowohl über die männlichen als auch die weiblichen Nachkommen. Wissenschaftler gehen heute davon aus, dass sich insbesondere das für die Intelligenz zuständige Gen zu ca. 75% über die weibliche Linie vererbt. Ja, es werden sogar komplette genetische Blöcke (Erkenntnisstand 2004) weitergegeben. Demzufolge kann ein heute Lebender zu großen Teilen einem seiner Vorfahren äußerst ähnlich sein, äußerlich, wie innerlich.
Es scheint also nicht so zu sein, dass ein neuer Mensch der Träger aller Erbinformationen seiner Vorfahren ist, sondern dass hier nur bestimmte Gene durchschlagen.
Die Wissenschaft unterscheidet generell dominante und unterdrückte Gene. Die dominanten Gene sind Gene, die immer wieder zum Ausdruck kommen. Doch kommen diese nicht
periodisch vor. Oft zu erkennen an Hand von sich in bestimmten Familien wiederholenden Ähnlichkeiten oder Talenten. Bekannt sind die Ähnlichkeiten z.B. bei den Habsburgern: von Rudolph 1. über Kaiser Maximilian 1., Kaiser Karl V. oder den Hohenzollern. Das markante Antlitz des “Alten Fritz“ kann für all diese Vorfahren nachgewiesen werden.
Es vererben sich aber genauso Talente und Fähigkeiten oder Veranlagungen, - selbst Mimik und Gestik.
Dieses Vererben von Genmaterial ist an die Natur gebunden und betrifft alle Nachgeborenen. Ob diese innerhalb einer festen Beziehung oder Ehe oder frei gezeugt wurden. Entscheidend sind die beiden biologischen Erbüberträger Vater und Mutter.
So haben sich die in der männlichen Linie ausgestorbenen Familien natürlich in ihren Genen über die Töchter weiter fortgepflanzt. Lediglich kinderlose Ehepaare sind tatsächlich ausgestorben.
2003 konnte ein amerikanisch-russisches Historikerteam z.B. an Hand genetischer Untersuchungen nachweisen, dass es tatsächlich von den vor 2400 Jahren lebenden Amazonen heute noch Nachfahren gibt!
An Hand von Grabplatten oder Altarbildern und Epitaphen kann man auch das äußere Erscheinungsbild wie Waffen, Kleidung, Rüstungen und vor allem auch Porträts nachvollziehen, wie es mir für einige meiner Vorfahren für den Zeitraum von mehreren Jahrhunderten gelungen ist. Diese Sichtweise wurde und wird bisher von der Wissenschaft vernachlässigt.
Heraldisches und archivalisches Quellenstudium bestätigt und erklärt weitere Zusammenhänge.
Aus dem Buch, Die Familie von Einsiedel, von Bernd von Hauser mit freundlicher Genehmigung zur Veröffentlichung auf diesen Seiten.
Foto: Bernd von Hauser in der Ritterrüstung